Interview
Frage: SKYLIVING ist ein neues Möbeldesign- und Produktionsunternehmen aus Deutschland. Wie kam es dazu, dass Sie in einem so hart umkämpften Markt einen solchen Schritt gewagt haben?
Eric: Wir sind seit vielen Jahrzehnten als Maschinenentwickler vor allem in der Möbelzulieferindustrie tätig. Daher kennen wir den Markt bereits sehr gut und wissen, wie heterogen er ist in Bezug auf Anbieterstrukturen als auch Nachfragerverhalten. Im Rahmen unserer damaligen Tätigkeit sind wir eines Tages in Berührung mit interessanten technischen Textilien gekommen, die so besondere Eigenschaften aufweisen, dass sie sich hervorragend für den Outdooreinsatz eignen. Es war dann letztlich fast ein reflexartiger Schritt von dieser Berührung zur Gründung von SKYLIVING. Bereits auf der Rückfahrt im Auto von unserem ersten Besuch bei einem Anbieter solcher technischer Textilien sind uns die ersten Ideen und Designs durch den Kopf gegangen. Kurz danach haben wir angefangen, das Ganze in die Tat umzusetzen.
Marc: In der Tat hat sich die Idee von SKYliving sehr schnell und spontan entwickelt. Wir selbst sind natürlich auch Menschen und damit Konsumenten, die sich an schönen, hochwertigen und individuellen Designelementen – gerade im Bereich Möbel – erfreuen. Als wir dann die eben angesprochenen, uns vorher unbekannten, technischen Textilien entdeckt haben, ging uns sofort durch den Kopf, dass sich damit doch eine Menge im Outdoorbereich machen ließe. Zu unserer Verwunderung, aber auch unserem Glück, mussten wir feststellen, dass die Kombination dieser Materialien offenkundig noch von Niemandem angeboten wird.
Frage: Was sind das für Materialien und welche Eigenschaften machen sie so besonders?
Eric: Es handelt sich dabei insbesondere um 3-D Abstandsgewirke und PVC-beschichtete Mikrogittergewebe. Abstandsgewirke sind ein Faserverbund, in dem zwei textile Deckschichten durch eine sogenannte Polschicht in einem definierten Abstand voneinander gehalten werden. Diese Polschicht besteht aus hochwertigen Polyesterfäden und bestimmt neben dem Abstand auch die Elastizität des Materials. Innerhalb der Polschicht findet eine Thermoregulierung statt, indem Feuchtigkeit nach außen abgegeben und Kälte abgeschirmt wird. Luft kann hervorragend innerhalb dieser Schicht zirkulieren und das auch unter Druckbelastung. Des Weiteren führt die Polschicht zu einem angenehmen Polstereffekt. Bei SKYLIVING arbeiten wir mit 20 mm hohem Abstandsgewirke, woraus anschaulich wird, warum man diese Textilien auch dreidimensionale Gewirke nennt. Das Material wird heute hauptsächlich in der Automobilindustrie beispielsweise in Autositzen, in hochwertigen Matratzen, als Dämm- und Filtermaterial und in der Medizintechnik eingesetzt. Da es zudem ultraleicht und absolut wetterbeständig ist, kamen wir auf die Idee, dass wir darüber den „Wohlfühleffekt“ durch angenehme Polsterung dauerhaft nach draußen bringen können. Unsere Produkte müssen zu keiner Zeit „schnell untergestellt“ werden, sobald ein Regenschauer aufkommt.
Marc: Um jedoch unseren Kunden neben einem hochtechnischen Kern auch eine hochwertige Optik zu bieten und unseren designtechnischen Ansprüchen gerecht zu werden, benötigten wir zusätzlich eine textile Oberschicht auf der Sichtseite, die ebenso die geforderten Eigenschaften der 100%igen Wetterresistenz aufweist und Thermoregulierung unterstützt. Es nützt ja wenig, eine „atmende“ innere Schicht zu haben, wenn die Hülle keine oder kaum Luft durchlässt. PVC-beschichtete Mikrogittergewebe entsprechen diesen Forderungen und werden daher bereits vielfältig im Outdoorbereich eingesetzt.
Frage: Sie sprachen eben von der Verbindung beider Materialien als Innovation von SKYLIVING. Wie genau ist das zu verstehen?
Eric: Richtig. Die Verbindung dieser beiden Materialien ist neben dem Design und der Funktionalität das Aufregende und Beeindruckende an unseren Produkten. Wenn Sie einmal versuchen, das durchaus breite Spektrum an Outdoor-Lifestylemöbeln in Klassen einzuteilen, so werden sie feststellen, dass es Sitz- bzw. Liegemöbel gibt, die (A) halt einfach nicht bequem sind, sei es weil sie keine Polsterung aufweisen oder sie ergonomisch nicht optimal ausgelegt sind und (B) zwar bequem sind aber die Polsterelemente separate Bauteile sind, die sie in nahezu allen Fällen vor Wettereinflüssen schützen müssen. Des Weiteren gibt es selbstverständlich faszinierende Outdoorprodukte, die insbesondere bereits mit hochwertigen Materialien, wie zum Beispiel Mikrogittergeweben, ausgestattet sind, die aber die Polsterung auf die Eigenelastizität des verwendeten Materials beschränken beziehungsweise es in einer flexiblen Aufhängung integrieren. Leider reduziert dies oft die Optik, wodurch solche Lösungen für uns nicht in Frage kommen.
Bei SKYliving verbinden wir 3-D Abstandsgewirke und Mikrogittergewebe miteinander, wodurch es uns gelingt, eine deutliche verbesserte Polsterung und damit Gemütlichkeit nach draußen zu bringen und das mit Materialien, die sich 365 Tage im Jahr im Freien wohl fühlen.
Frage: Sehen Sie denn dann in der Verwendung als auch der Verbindung besonderer Materialien den Hauptunterschied zu Ihren Wettbewerbern?
Marc: Nein, nein bei Weitem nicht. Die herausragenden Materialeigenschaften insbesondere im Verbund sind sicher ein deutliches Unterscheidungsmerkmal aber bei Weitem nicht das Einzige. Unserer Meinung nach will der Markt heute etwas Neues sehen. Der Outdoormöbelbereich wird bereits seit Jahren von der geflochtenen Faser, Aluminium und Holz dominiert. Aus diesem Grund haben wir uns beispielsweise bewusst für Edelstahl entschieden. Gebürsteter Edelstahl steht für Hochwertigkeit, Beständigkeit und ist einfach anders. Wir haben den Anspruch, Produkte zu konzipieren, die in Ihrer Reduziertheit und Eleganz einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Deshalb auch die Wahl der teilweise recht üppigen Formengebung.
Eric: Zudem sind wir fest davon überzeugt, dass ein herausragendes Produkt sich nicht nur durch die richtige Materialwahl und das Design, sondern auch durch seine Funktionalität auszeichnet. Jeder kennt diese kleinen Ärgernisse: elegant gezeichnete Teekanne, die beim Ausschenken immer nachtropft, wunderbar anzuschauende Designerwaschbecken und Armaturen, die jedoch leider ein vernünftiges Waschen unmöglich machen. Sicher, beide mögen hervorragend aussehen, aber nur gutes Aussehen reicht einfach nicht.
Design und Funktion gehören in unseren Augen unmittelbar zusammen. Das Design erfreut im ersten Schritt das Auge, aber nur wenn überzeugende Funktionalität und Verarbeitung mit im Spiel sind, kann auch das Herz gewonnen werden.
Frage: Ein schönes Beispiel. Fällt Ihnen da auch etwas im Outdoorbereich ein?
Marc: Aber sicher. Nehmen sie zum Beispiel eine Sonnenliege. Da haben wir die ausgeklügelten Verstellmöglichkeiten für Rückenlehnen an unseren Bürostühlen oder Autositzen aber bei unserer hochpreisigen Designersonnenliege muss ich aufstehen, um die Stütze für das Rückenteil in eine andere Raste zu bringen. Das passt in unseren Augen nicht zusammen.
Frage: Wo lassen Sie eigentlich ihre SKYliving Produkte herstellen?
Marc: Unsere Fertigung findet ausschließlich in Deutschland statt. Uns ist bewusst, dass bei vielen Unternehmungen sich aufgrund des Wettbewerbs nur noch „Designed in Germany“ oder „Developed in Germany“ realisieren lässt aber nicht mehr „Made in Germany“. Bei SKYLIVING sind alle Produkte „Designed AND Made in Germany“.
Eric: Hinzu kommt, dass es sich dabei größtenteils sogar um Handarbeit handelt. Sicher verwenden auch wir modernste CNC-gesteuerte Biegeapparate, Dreh- und Fräsmaschinen sowie vollelektronische Viel- und Einnadelsteppmaschinen. Aber Schweißarbeiten, Materialvorbereitung, Montage, Nähen, Zuschneiden, Einfassen und Vieles mehr finden in Handarbeit statt. Da SKYliving jedoch ganz bewusst ein Premiumanbieter von exklusiven Outdoormöbeln ist, sehen wir nur geringe mögliche Kostenvorteile durch eine Verlagerung der Fertigung ins Ausland. Sie müssen ja beachten, dass dadurch Transport- und Qualitätsüberwachungskosten auch steigen. Zudem sind wir stolz auf schnelle Reaktionszeiten, die wir nur durch lokale Produktion garantieren können.
Frage: Sie haben selbst angedeutet, dass Deutschland sicher kein günstiger Produktionsstandort ist. Wie spiegelt sich das im Preisniveau Ihrer Produkte wieder?
Eric: Das ist richtig. Unser Preisniveau ist genau wie unsere Produkte im Premiumsegment anzusiedeln. Nur so können wir erfolgreich in Deutschland produzieren. Für uns stimmt hier der Mix aus Mitarbeiterqualität, Infrastruktur und Nähe zum Kunden. Unser Preisniveau ist jedoch auch ganz klar strategisch mitbestimmt. Wir sehen unsere Produkte nicht in Baumärkten oder Discountern und wollen dies auch nie tun. Unsere Kunden entscheiden sich aus Überzeugung für unsere Produkte und so konzentrieren wir uns darauf, Argumente zu liefern, die sich mit allem beschäftigen, was überzeugt und erfreut, aber sicher nicht mit Fokus auf dem Preis.
Marc: Dennoch ist klar, dass letztlich auch der Preis in einem angemessenen Zusammenhang zur Leistung stehen muss. Dies sehen wir bei unseren Produkten absolut erfüllt. Der Vergleich zu Wettbewerbsprodukten macht dies immer wieder deutlich.
Frage: Wer ist denn genau Ihre Zielgruppe oder anderes gefragt, wie sieht der typische Käufer von SKYliving Produkten aus?
Marc: Den Kunden von SKYLIVING treibt zunächst einmal der Wunsch, etwas Besonderes, Auffälliges und Aufsehenerregendes besitzen zu wollen. Geld spielt dabei nicht die vornehmliche Rolle. Er oder Sie sucht nach etwas, was nicht jeder hat, möchte sich differenzieren und abheben, Individualität zeigen. Unsere Kunden achten aber zugleich darauf, dass die Funktionalität stimmt. Dies äußert sich in allen Lebenslagen und Kaufentscheidungen. Sie sind selbstbewusst und erfolgreich aber dabei nicht arrogant. Sie haben ihren eigenen Stil in Mode, Musik, ihren Urlaubsreisen und ihrem Schmuck aber sie würden das nie als Prunk oder Protz bezeichnen. Möbel zählen für unsere Kunden als Investment und Investments werden geplant und durchdacht. Letztlich wollen sie sich selbst wiederfinden können in unseren Stücken.
Einzigartigkeit, Individualität und Funktionalität überzeugen und begeistern – diese Logik, ist der rote Faden der sich durch unser gesamtes Produktportfolio zieht.
Frage: Eine letzte Frage: woher kommt der Name SKYLIVING?
Eric: Übertragen gesprochen: Eigentlich haben wir erst in Gedanken ein „Kind“ geboren und dann den Eltern einen Namen gegeben. Das SKYbed war unser erstes Kind und der Anfang. Den Namen haben wir uns ausgedacht, da wir zwar nicht unbedingt ein Bett für draußen bauen wollten aber etwas, was genauso gemütlich ist. Und wo sehe ich hin, wenn ich draußen in einem Bett liegen würde – in den Himmel. Und da war es, das SKYbed. Kurz danach war SKY für uns der Inbegriff für Entspannen, Genießen, Vergessen, Freiheit. Ich konnte das immer besonders gut, wenn ich im Freien lag und die Wolken vor blauem Himmel über mich ziehen sah. So haben wir ein „living“ hinzugefügt, weil es für uns wahrhaftig ums Leben geht.